Roter Teppich für Mobilfunkantennenbetreiber

Mobilfunkantenne

Einmal mehr wird zur Zeit aus gegebenem Anlass wieder über die Errichtung von Mobilfunkantennen Funkturm in Büngerndiskutiert. Nämlich über eine geplante Anlage auf dem St. Vincenz Hospital.
Gleichzeitig besteht die Befürchtung, das man die geplante 25 m hohe Richtfunkanlage im Bereich des Klausenhofes auf Dauer auch für Mobilfunk missbrauchen könnte. Wohl kaum ein Einwohner, weder in Rhede, noch in anderen Kommunen möchte Mobilfunkantennen in seiner Wohnungsnähe dulden. Jedoch nimmt die Benutzung von Handys rasant zu, zur Zt. ca. 50.000.000 in Deutschland und um ein flächendeckendes Telefonieren zu ermöglichen, sind natürlich auch die entsprechenden Antennenanlagen nötig. Die zulässige Leistung deutscher Mobilfunkstationen liegt zur Zeit zwischen 4,5 und 9 Watt pro Quadratmeter. Umweltschützer und besorgte Anwohner kämpfen für eine Senkung dieser Grenzwerte auf ein Hundertstel. Aber die Folge: die Unternehmen müssten noch viel mehr Masten aufbauen. Dabei wächst der Antennenwald durch die geplanten UMTS- Anlagen ohnehin schon ums Doppelte. Zur Zeit gibt es in Deutschland mehr als 50.000 Mobilfunkantennen, und für das neue UMTS- Netz kommen noch einmal mehr als 40.000 hinzu. Der Verein Bürgerwelle macht sich gegen Elektrosmog stark, veröffentlicht Listen von Mobilfunkantennen- Standorten und zitiert Experten, die bestätigen, dass Mobilfunksendeanlagen zu Störungen wie Schlaflosigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen, aber auch Atemnot und Ohrensausen führen können. Auf lange Sicht seien sogar Spätfolgen wie Immunsystemschwächungen, Krebs, genetische Schädigungen und Veränderungen der Gehirnströme nicht ausgeschlossen. Nach Angaben des Vereins bestätigt sogar die BKK Gesundheit Bocholt: „... dass hochfrequente elektromagnetische Felder zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, steht in der Zwischenzeit außer Zweifel.“. Trotz allem gibt es bis dato keine wissenschaftliche Studie, mit der langfristige Bestrahlung durch Mobilfunkmasten bei Menschen untersucht wurde.
In jedem Fall ist die Diskrepanz offensichtlich, dass die Benutzung der Handys den Menschen offensichtlich nicht gesundheitsgefährdend erscheint und ein Massenphänomen ist, während die Mobilfunkantennen als Bedrohung betrachtet werden. Wer gegen die Sendeanlagen protestier, sieht sich letztlich nicht nur der Lobby der Anbieter gegenüber, sondern auch dieser Masse von Handy- Nutzern gegenüber, die immer und überall ihre Telefone benutzen wollen. Dr. Michael Schüller von D2- Vodafone brachte es bei der Anhörung der Bundesärztekammer auf den Punkt: „Mehr als 50 Millionen Handy- Nutzer in Deutschland benötigen gut ausgebaute Mobilfunknetze, also Mobilfunk- Sender auf Hausdächern und Masten.“
Für uns ergibt sich hieraus, trotz aller rechtlichen Möglichkeiten der Betreiber, die sich nach § 34 BauGB ergeben, darauf hinzuwirken, das möglichst wenige Antennen aufgestellt werden, (schon gar nicht im Umfeld von Wohnbebauung, Kindergärten, Kliniken, Altenheimen usw.) am besten im Außenbereich, und das, mit der geringstmöglichen Strahlungskapazität. FW / Rhede im November 2004